Pisa Studie 2008

18. November 2008 | Kategorie: Politik

Die Ergebnisse der Pisa Studie 2008 sind nun bekannt. Laut der Pisa Forscher liegt zum ersten Mal Sachsen vor Bayern. Diese Tatsache in der Bildungsstudie Pisa ist Anlass für Vorwürfe und Forderungen nach Reformen im Schulsystem. Aber diese Diskussionen haben schon Ritualcharakter, den jeder Pisastudie folgen Reibereien und Diskussionen in der Politik sowie in der Öffentlichkeit.

Die Forscher um den Kieler Professor Manfred Prenzel testeten für den Ländervergleich im Rahmen der Pisa-Studie rund 57 000 Schüler im Alter von 15 Jahren aus etwa 1500 Schulen. Ein paar Erkenntnisse aus der Pisa Studie sind: So wissen wir seit den Pisa-Test, dass das Leistungsgefälle zwischen 15-Jährigen aus Bayern oder Sachsen und denen etwa in Hamburg, Berlin und Bremen bis zu zwei Jahre ausmachen kann. Chancen- und Bildungsgerechtigkeit erhält dadurch einen ganz anderen Hintergrund. Was gerne außen vorgelassen wird ist, das nicht nur sozial schwache Schüler und Ausländerkinder unter der Leistungsschwäche der jeweiligen Schulformen leiden sondern, dass jeder der schlechten Unterricht erhält Nachteile hat.

Unter den Benachteiligten finden sich vor allem Kinder, die aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen oder nicht in die deutsche Gesellschaft integriert sind. Für eine der führenden Industrienationen, wie Deutschland, ist diese Gruppe die auf 20 bis 30 Prozent eines Jahrgangs geschätzt wird, viel zu groß.  Diese Kinder befinden sich von Anfang an auf einem Bildungsweg, der sie in einer Sackgasse endet. Jahrzehnte hat der Staat die Probleme und erst nach der Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie 2001 unternahmen die Länder einige Anstrengungen. So wurden Sprachtests und Deutsch-Förderkurse eingeführt. Allerdings sind weitere Reformen unerlässlich, wie die neue Studie deutlich macht. Das Bildungswesen ist wohl noch immer eine der größten Reformbaustellen, die so schnell nicht geschlossen werden kann und hoffentlich wird.

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