Nacktscanner – nur zur Sicherheit

24. Oktober 2008 | Kategorie: Allgemein, Top Thema

Man steht nackt am Flughafen? Um einen herum nur Anzugträger? Klingt wie ein Albtraum, aber die Nacktscanner oder auch Ganzkörperscanner genannt werden am Flughafen bereits bei Sicherheitskontrollen eingesetzt. Die Scanner sollen am Körper versteckte Waffen, wie zum Beispiel Keramikmesser aufspüren. Diese werden nämlich von den gängigen Metalldetektoren nicht erkannt. Die Scanner sind in der Lage sogar die Unterwäsche von Passagieren zu durchleuchten. Wer in letzter Zeit in Amsterdam, Zürich oder London war hat sie vielleicht bereits gesehen. Dort werden die Nacktscanner bereits testweise eingesetzt. In den USA sind sie bereist Alltag.

Zukünftig sollen die Geräte die bisher üblichen Metalldetektoren ersetzen und manuelle Untersuchungen unnötig machen. Der Passagier betritt hierbei eine Kabine, hebt die Arme und wartet drei Sekunden. Der Scanner soll nicht nur metallische Gegenstände, sondern auch solche aus Plastik und Keramik erfassen können. Auf den Bildschirmen des Sicherheitspersonals, die in einem separaten Raum untergebracht sind, wird das Gesicht des Fluggastes aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht.

Die EU-Kommission will die Zulassung von Ganzkörper-Scannern bei Flughafen-Sicherheitskontrollen durchwinken. Doch das Europaparlament fordert mehr Aufklärung. Die EU-Kommission muss jetzt innerhalb von drei Monaten prüfen, welche Auswirkungen die Durchleuchtungsgeräte auf die Persönlichkeitsrechte und die Gesundheit der Passagiere haben könnten.

Die Scanner arbeiten mit extrem hochfrequenten Radiowellen [EHF]. Wissenschaftler sind sich schon weitgehend davon überzeugt, dass die Ganzkörperscanner gesundheitlich unbedenklich sind. Die Geräte senden sogenannte Terahertzstrahlen aus, elektromagnetische Strahlung im Frequenzbereich zwischen Mikrowellen und Infrarotstrahlung. "Die Strahlung kann gar nicht tief genug ins Gewebe eindringen, weil sie von Wasser absorbiert wird", erklärt Martin Hofmann, Leiter des Lehrstuhls Photonik und Terahertztechnologie an der Ruhr-Universität Bochum. "Daher sind sie für den Menschen ungefährlich. Sonnenlicht ist wesentlich gefährlicher. UV-Licht kann DNA-Schäden hervorrufen, bei Terahertzwellen reicht die Energie dafür längst nicht aus."

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